Arsenicum


Arsenicum – Allgemeines

Arsenicum ist ein multimiasmatisches Mittel. D.h. es entfaltet seine heilende Wirkungen sowohl bei Zuständen der Psora, als auch der Sykose und besonders der Syphiline.
Arsen gehört zwar chemisch zu den Metallen, nimmt aber die metallische Form unter normalen Verhältnissen nicht an, sondern liegt ausschließlich in der Salzform vor. Es steht gewissermaßen an der Schwelle zwischen Metallen und Nichtmetallen.
Arsenicum gehört zu den Polychresten und kommt enorm häufig zur Anwendung.
Es ist ein Mittel bei bösartigen, destruktiven Prozessen mit Auszehrung und Verfall, findet aber auch Anwendung bei vielen akuten Beschwerden.
Arsen kann in jedem Lebensalter nützlich sein, seinen Schwerpunkt hat es jedoch im Alter.

Brennende Schmerzen: brennende Schmerzen, die durch warme Anwendungen gebessert werden sind ein starkes Symptom

Erschöpfung: ein Symptom, dass natürlich bei vielen Mitteln anzutreffen ist. Arsen fühlt seine Schwäche besonders, wenn er sich bewegt. Im Liegen bleibt es hintergründig.

Scharfe Absonderungen: wundmachende, brennende und faulige Absonderungen sind häufig anzutreffen.

Frieren: ein ständig anzutreffendes Symptom. Keine Linderung des Frierens durch Wärmeanwendungen. Besonders Hände und Füße sind betroffen.

Empfindlichkeit: der Patient leidet sehr unter den starken Eindrücken seiner Sinnesorgane. Gerüche und Lärm sind schnell unerträglich. Aber auch Allergene wie Tierhaare rufen bei Arsen schnell Probleme hervor.

Erscheinung: Mager und knochig. Markante, aristokratische Gesichtszüge. Trockene Haut. Die Kleidung ist geschmackvoll und gediegen. Sie fällt am ehesten dadurch auf, dass sie einem Anspruch der Makellosigkeit gehorchen will.

Krebserkrankungen: Im Verlaufe einer Krebserkrankung, besonders wenn das Stadium der Kachexie erreicht wird, kommt Arsenicum mit den destruktiven Zügen seines Mittelbildes zur Geltung. So wird man sehr häufig vor einem derartigen Hintergrund die Diagnose Arsenicum sehen. Das Mittel kann hier helfen, den Allgemeinzustand zu verbessern, ein tödliches Frieren aufzulösen, oder die ängstliche Ruhelosigkeit zu lindern.

Vergiftungen: insbesondere die Eiweißvergiftung ist eine wichtige Indikation für das Mittel.

Arsenicum – Gemüt

Arsenicum gehört zu den Mitteln, die ein außerordentlich markantes Persönlichkeitsprofil repräsentieren. Der „Arseniker“ hat die Dinge gern in der Hand und bringt alle Angelegenheiten in eine strenge Ordnung. Im Positiven zeigt er sich als sehr höflicher und akurater Mensch, der sehr gepflegt ist und keine Mühe scheut, sein Äußeres so positiv herauszukehren, wie es möglich ist.
Dabei zieht er einen Stil vor, der vornehm, klassisch, oder gerade aristokratisch wirkt.

Im Einzelnen stechen folgende Eckpunkte des Profils hervor:

Die Angst: Unter dem Zeichen dieses Mittels herrscht ruhelose Ängstlichkeit, die über getriebene Handlungsweisen, rituelles Verhalten oder akribische Pedanterie kompensiert werden soll. Der Betroffene hat klar einen Hang zur Hypochondrie. Im Allgemeinen ist die Angst vergesellschaftet mit dem

Bedürfnis nach Gesellschaft: er fühlt sich in Gesellschaft sofort besser, obwohl er seine schlechte Stimmung nicht unbedingt beherrscht. Es geht ihm in Gesellschaft besonders darum, zu sprechen. Dies erleichert ihm seine Ängste.

Unruhe: mit den Mitteln Aconitum und Rhus toxicodendron bildet Arsenicum das Trio der Unruhemittel. Selbst der Schwerstkranke wird vielleicht den Kopf hin- und herwenden, mit den Händen oder Füßen unruhig sein, oder zumindestens vom Gefühl getrieben sein, sich bewegen zu wollen

Pedanterie: der klassische Arseniker ist seinem Wesenszug der kritteligen Pingeligkeit eine spezielle Herausforderung für seine Mitmenschen. Sein Bedürfnis nach Ordnung ist zum Leidwesen seiner Angehörigen Gegenstand einer messianischen Passion. Er wird also nicht nur seine eigenen Bilder gerade rücken. In diesen Zusammenhängen kann er eine bevormundene und fordernde Haltung einnehmen.

Wenn also Angst und Ruhelosigkeit gemeinsam auftreten, darf man das Mittel Arsenicum shcon gern in die Hand nehmen. Nun bedarf es noch eines Bestätigungssymptomes, um die Diagnose abzusichern.
Sei es Durst mit dem typischen trinken in kleinen Schlucken, brennende Schmerzen, das Verlangen nach Gesellschaft, oder ein quälendes Frösteln und Frieren, es wird reichen, um mit ausreichender Sicherheit Arsenicum einzusetzen.

Geiz: Geiz und das Unvermögen irgendetwas wegzuwerfen wird sich bei dem Mittel oft finden. Dahinter steht vor allem die Angst vor Armut.

Kunst: Arsenicum hat oft eine starke Beziehung zur Kunst. Dabei reizen ihn besonders die verfeinerten Stilrichtungen. Als Künstler ist er ein Meister des Details und der Durchführung, nicht unbedingt der Inspiration.

Denkstrukturen: der Verstand von Arsen ist methodisch, diszipliniert und genau. Häufig ist er intelligent, hat einen großen Wortschatz und kann damit umgehen. Sein gedanklicher Stil ist dogmatisch und autoritär. Er ist ungeduldig und sparsam mit Lob.

Arsenicum – Modalitäten

    < Unordnung

    < Kälte. Auch kalte Nahrung

    < frisches Luft

    < ab Mitternacht

    > Wärme

Arsenicum – Leitsymptome

Ängstlichkeit, Besorgtheit

Ruhelosigkeit innerlich und äußerlich. Getriebenheit

Brennender Durst. Trinkt permanent in kleinen Mengen

Pedanterie. Sehr akribisch und übergenau

Frieren oder Frösteln

Verlangen nach Gesellschaft, aber schlecht gestimmt

Verschlimmerung gegen Mitternacht

Schlimmer auf der rechten Seite

Brennende Schmerzen, besser durch Wärme

Große Erschöpfung

Intoleranz und Tadelsucht. Forderndes Verhalten

Arsenicum – Indikationen

Grundsätzlich sind homöopathische Mittel, insbesondere die Polychreste zum Einsatz gegen alle Krankheiten geeignet. Einzige Voraussetzung ist die Stimmigkeit in der Symptomatik. In der Wertigkeit der Symptome stehen die psychisch-emotionalen und die allgemeinen Auffälligkeiten höher, als die körperlichen Krankheitszeichen.

Dennoch hat jedes Mittel recht typische Einsatzgebiete, bzw. Affinitäten zu bestimmten Geweben.

Häufige Indikationen zu Arsenicum sind

Affektionen der Atemwege. Asthma, auch im Kindesalter

Allergien

Lebensmittelvergiftungen

Magenerkrankungen

Unruhezustände mit Angst

Kachexien bei auszehrenden Krankheiten.

Hauterkrankungen

Arsenicum – Verwandtschaften

Antimon ist in vieler Hinsicht ähnlich

Rhus tox. Und Aconitum haben eine ähnliche Ruhelosigkeit.

Aconitum ist ebenfalls ein Mittel mit viel Angst. Hier hat die Angst aber eher den Charakter von Panik.

Aconitum, Agaricus, Belladonna, Causticum, Carc-ac. Und Secale haben ebenfalls brennende Schmerzen.

Lexikon der Homöopathie

In diesem Lexikon können Sie sich über homöopathische Mittel und deren Wirkung Informieren.

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